Schon eine Weile her, dass sich Astaroth, Cervantes und Konsorten das letzte Mal gegenseitig Backenfutter verteilt haben. Dies dachten sich auch die Jungs von Namco Bandai und kamen daher prompt auf die Idee, einen neuen Ableger der Soul Calibur-Reihe auf den Markt zu werfen.
Seit dem 3. Februar diesen Jahres steht der fünfte Titel bereits auch hierzulande in den Läden und um euch die ewige Frage des Kaufs zu erleichtern, haben wir nun einen umfassenden Test zum Spiel parat!
(Fast) alles beim Alten
Das ist der erste Gedanke, wenn man sich zum ersten Mal erwartungsvoll in einen Kampf stürzt. Bis auf den Fakt, dass sich neue Charaktere mit individuellen Fähigkeiten ins Spielgeschehen eingeschlichen haben und dass es wieder einmal neue Arenen zu bestaunen gibt (wäre auch eine Frechheit, wenn nicht), hat sich so ziemlich nichts an „Soul Calibur“ geändert.
Die Grafik ist immer noch wunderschön anzusehen und macht so einiges her. Vor allem haben mir die tollen Lichteffekte gefallen, welche auf manchen Arenen immer wieder dezent das Bild ausleuchten und somit eine warme Atmosphäre schaffen. Allgemein lebt „Soul Calibur 5“ wie so viele Beat‘em-Ups von seiner Liebe zum Detail und den satten Farben. Die Gesichter der Figuren sind gestochen scharf animiert und man würde jeden Pickel auf ihren Polygon-Visagen erkennen.
Bevor wir jetzt aber zum eigentlichen Kampfgeschehen überschreiten, möchten wir euch aber erst ein paar Takte zur Story verklickern.

Das Charakterdesign lässt definitiv feuchte Gamerträume wahr werden. Doch Vorsicht: Diese sexy Girls sind allesamt ernstzunehmende Gegner und werden euch das Leben schwer machen.
Es waren einmal, zwei Schwerter, viele Krieger aus aller Welt und, ach egal…
Eins ist sicher: Den Award für die beste Story wird „Soul Calibur 5“ auch in diesem Jahr nicht unbedingt gewinnen, doch das wäre auch überhaupt nicht das gesteckte Ziel der Entwickler. Wobei man definitiv sagen muss, dass der Titel eine verhältnismäßig gute Handlung bietet, wenn man bedenkt, dass Geschichtenerzählung nicht gerade das Sahnehäubchen des Prügel-Genre ist.
Die Vorkommnisse im Spiel treten 17 Jahre nach den Ereignissen des Vorgängers auf. Patrokolos, der neue Besitzer der Soul Calibur-Klinge sehnt nach Rache, nachdem seine Mutter von den sogenannten Verderbten ermordet wurde. Zu allem Überfluss haben diese Kreaturen auch noch seine Schwester Pyrrha verschleppt, die es nun für ihn zu retten gilt. Die meisten Abschnitte der Haupthandlung werden dabei durch simple Comicbilder mit Sprachausgabe sinnvoll zusammen gehalten. Letztere ist übrigens Englisch mit deutschen Untertiteln.
Immer wieder jedoch, lockern Cutscenes das Ganze auf und man bekommt schon das Gefühl, dass sich die Entwickler beim Erzählstrang, deutlich Mühe gegeben haben, Hut ab dafür!
Weiter im Text. Der forsche junge Mann mit dem Namen Patrokolos bekämpft also die Verderbten im Autrag seines Mentors. Dieser führt allerdings nur seine eigenen Machenschaften im Schilde und so kommt es schon bald dazu, dass sich unser Held gegen seinen ehemaligen Meister beweisen muss. Selbst seine eigene Schwester stellt sich gegen ihn, weshalb er schon sehr früh, so ziemlich alleine da steht. Im Laufe der Geschichte trifft der Spieler dabei auf Serien-Veteranen wie Siegfried oder Nightmare, aber auch auf Neulinge wie z.B. den flinken Xiba.

Die schüchterne Pyrrha verbirgt ein dunkles Geheimnis, soviel ist klar!
Der Protagonist hat mir insgesamt leider etwas missfallen, da er eine latent homosexuelle Seite an sich hat. Nicht, dass ihr mich falsch versteht, ich bin kein Rassist oder Ähnliches. Ich ziehe nur lieber mit einem harten, vernarbten, ungewaschenen Kerl in die Schlacht, der so richtig was auf dem Kasten hat, als mit einem Milchbubi zu kämpfen, der so aussieht, als würde er nach Bewurf durch Wattebällchen aus den Latschen kippen. Zum Trost darf man aber auch mit Z.W.E.I., der von einem Wolfgeist unterstützt wird, diverse Auseinandersetzungen bestreiten. Sogar die Kontrolle über Pyrrha dürft ihr zeitweise übernehmen, deshalb keine Sorge, Vielfalt bietet der Einzelspieler-Modus allemal!
Nach etwas mehr als 2 Stunden müsste jener jedoch abgeschlossen sein, weshalb ihr euch gleich in die Multiplayer-Fights oder die Charaktererstellung vertiefen dürft. Vorab zu den Kreationsmöglichkeiten: Sie sind nahezu unerschöpflich! Hier dürft ihr eurer Fantasie mal so richtig freien Lauf lassen und die abartigste Gestalt erschaffen, die euch so in den Sinn kommen mag.
Kampfsystem, Potenzial verschenkt…
Das sind in jedem Fall zwei Begriffe, mit dem man „Soul Calibur 5“ immer noch nicht in Verbindung bringen kann! Die Keilereien sind mehr als spaßig, vor allem, wenn man mit Freunden gemeinsam an einer Konsole daddelt. Aber auch online kann man sein Vergnügen haben. Was mich wiederum leicht gestört hat, sind die dämlichen Sprüche vor- und nach einem gewonnenen/verlorenen Fight. Die stumpfen Wortgefechte sind dermaßen uncool, dass man am Liebsten im Boden versinken möchte. Auch der „Ringsprecher“ ist etwas trottelig und versucht mit Sätzen wie: „Victory belongs to the last man standing!“ eine Wunschdramatik zu erzeugen. Hätte man lassen können, aber gut, das ist alles meckern auf hohem Niveau.
Sehr zugesagt haben mir hingegen die total abgedrehten Charaktere, die verschiedener nicht sein könnten. Da hätten wir die Schwester von Patrokolos, die sich nach fast jedem, angesetzten Schwerthieb entschuldigt oder die hinterlistige Tira. Sogar großgewachsene Eidechsen wie den furchteinflößenden Aeon werdet ihr steuern dürfen – Großartig!
Besonders bekannt ist die Soul Calibur-Saga allerdings durch die zahlreichen Gastauftritte etlicher Videospielhelden wie z.B. Link aus Zelda oder Yoda und den finsteren Darth Vader geworden. Natürlich darf ein Special Guest auch dieses Mal nicht fehlen und so hat sich das Team von Namco gedacht, den von Fans geliebten Meuchelmörder Ezio Auditore zu engagieren.
Dieser spielt sich durchaus sehr agil und steht seinen Vorbildern in nichts nach! Insgesamt ist das gesamte Balancing beim fünften Teil ausgewogener denn je, hat man als Spieler das Gefühl. Anders als noch im Vorreiter haben leichtfüßige Charaktere nun eine größere Chance gegen gewaltige Killermaschinen wie Nightmare etc.
Kommen wir so langsam zum Ende. Jetzt haben wir noch einen Trailer für euch, der einmal ein paar der wichtigsten Kämpfer näher bringen soll. Zuletzt dürft ihr noch in unserem Fazit erfahren, was wir denn schlussendlich von Namco’s neusten Ableger der Reihe halten.
Mein persönliches Fazit
„Soul Calibur 5“ ist wieder einmal ein grundsolides Beat’em-Up-Game mit sehr vielen Höhen und wenig Tiefen. Grafik und Sound sind klasse umgesetzt und speziell die tollen Charakterdesigns sind erneut ein absolutes Highlight! Vor allem in Gesellschaft mit Freunden zu zocken ist eine hundertprozentige Spaßgranate und dürfte für viele lustige Stunden sorgen. Jedoch ist Vorsicht geboten, denn dieses Spiel zerstört Freundschaften! Spaß beseite, zusammenfassend bleibt also zu sagen, dass ich mit dem Titel definitiv das bekommen habe, was ich mir aus der Sache versprochen hatte und zwar: Einen genialen Fight-Simulator der sogar mit einer halbwegs gescheiten Story daher kommt.
Jetzt bestellen: SoulCalibur V – Collector’s Edition (exklusiv bei Amazon.de)









