Was haben wir ihn alle vermisst, unseren freundlichen Mafioso von Nebenan. Ganze fünf Jahre mussten Fans aus aller Welt auf The Darkness 2 insgesamt warten, doch jetzt ist es endlich soweit. Jackie Estacado ist zurück und hat natürlich mal wieder seine finsteren Gefährten im Gepäck!
Schon vor ein paar Wochen haben wir euch den Brutalo-Shooter in unserem umfangreichen Demo Test vorgestellt. Damals konnte die Anspielfassung bereits sehr überzeugend sein. Ob der Titel aus dem Hause 2k Games und Digital Extremes allerdings wieder einmal auf ganzer Linie überzeugen kann, oder Estacado’s zweiter Auftritt nach knapp einer Stunde beinahe zum Trauerspiel wird, erfahrt ihr jetzt!

Quad-Wielding heißt das Geheimnis, welches es uns erlaubt, mit unseren Waffen zu feuern und gleichzeitig unsere Widersacher zu greifen, um sie stilvoll hinzurichten.
My name is Jackie Estacado and I´ll be back!
Ganze zwei Jahre sind seit den Geschehnissen des ersten Teils verstrichen. Mittlerweile führt Mafia-Boss Jackie seine eigene Bande an. Selbst zwei Jahre dannach, ist der heute 23-Jährige noch kein Stück über den Tod seiner geliebten Freundin Jenny Romano hinweg. Ständig muss er an sie und an die Ereignisse der damaligen Zeit mit tiefster Trauern gedenken.
Zu Beginn des Spiels kann man sich noch einmal die gesamte Geschichte von „The Darkness“ in Form eines Monologs von Johnny Powell zu Gemüte führen. Zum ersten Mal fällt das geniale Charakterdesign ins Auge, während der scheinbar psychisch angeknackste Johnny erzählt, was so alles Phase ist, in der Welt von Jackie und der Finsternis! Gleich zu Anfang ein sehr stimmungsvoller Einstieg, wobei man sagen muss, dass die Story zu keiner Zeit an Geschwindigkeit verliert.
Nachdem wir uns also wieder bezüglich der Handlung, auf den neusten Stand gebracht haben, dürfen wir uns noch ein Selbstgespräch seitens Jackie anhören. Diese werden im Spiel, wie im Vorgänger zwischen den Ladezeiten vor jeder Mission gezeigt und tragen sehr zur unheimlichen Atmosphäre bei. Dadurch lernt man auch den Charakter des Antihelden besser kennen. Man spürt förmlich, dass er einen Kampf mit seinem Verstand ausfechtet, wobei er immer wieder aus seiner Vergangenheit erzählt. So fühlt man sich im späteren Verlauf immer mehr mit Jackie verbunden und entwickelt trotz seiner Taten sogar so etwas wie Mitleid für den jungen Mafioso.

Die hübschen Damen werden überraschenderweise heute zum letzten Mal zu Abend essen. Verschnaufpausen gibt es nämlich im Spielablauf nahezu keine!
Ein bescheidener Tag
Rasch finden wir uns im Restaurant-Szenario wieder, über das wir auch schon in unserem Demo Test berichtet haben. Unser Protagonist wird bei einem vermeindlich, schicken Abendessen in einen verheerenden Hinterhalt gelockt, bei dem es nur einen einzigen Ausweg gäbe und zwar die lange verbannte Finsternis wieder frei zu lassen! Gesagt, getan und so kommt es, dass sich die Dunkelheit ein weiteres Mal erhebt, um ihre zahlreichen Opfer zu fordern, während sie ihren Wirt langsam aber sicher in den Wahnsinn treibt.
Schon nach den ersten Minuten sticht die wirklich grandiose Optik des Spiels heraus. Anfangs stören die plötzlich komplett eingedeutschten Dialoge noch etwas, was ich im Review zur Testversion ebenfalls noch etwas bemängelt hatte. Doch mit der Zeit kann man sich durchaus mit den Stimmen von Johnny, Jackie und Co, anfreunden. Hinzu kommt, dass die komplette Soundkulisse mehr als stimmig ist, wozu sicherlich auch der coole Soundtrack seinen Teil zum Gesamtbild beiträgt. Gefallen hat mir auch die Tatsache, dass „The Darkness 2“ euch immer wieder mit ethisch fradwürdigen Momenten konfrontiert. So könnt ihr bespielsweise in einem Bordell in einige Zimmer der Prostituerten spicken und sehen, wie diese wie Embryos zusammengekauert, auf ihren Betten nach deren Müttern weinen. Makaber finden wir auch, dass ihr im Verlauf der Geschichte auf eine Hitler-Parodie stoßen werdet. Dabei handelt es sich um einen Psychatrie-Patienten, der völlig seinen Verstand verloren zu haben scheint und von seinem Russland-Feldzug brabbelt.

Die Bruderschaft verfügt über einige, fiese Methoden, um euch den Garaus zu machen. Hier befinden wir uns auf einem ausrangierten Jahrmarkt, auf dem wir uns einen erbitterten Kampf mit Victor’s Anhängern liefern.
So nun aber zurück zur eigentlichen Handlung des Horror-Shooters, bei dem ihr selbst das Monster darstellt. Jene hat nämlich sehr viel zu bieten und wird euch vollkommen in seinen Bann ziehen. Die Umgebungen, wie z.B. die Villa der Franchetti-Familie oder die Hölle sehen einfach großartig aus und versprühen ihren grausigen Charme.
Die Story ist knallhart erzählt, obwohl wir euch selbstverständlich jetzt nicht groblistig spoilern möchten. Zudem ist „The Darkness 2“ was den Einspieler-Modus anbelangt, seit Langem das Beste, was ich spielen durfte und nicht anders, als ein einziger „Mindfuck“ zu beschreiben! Bis zum Schluss lässt euch das Spiel im Dunkeln darüber, was Realtität und was Fiktion ist, als würdet ihr eine Folge „Xfactor – Das Unfassbare“ nur dieses Mal mit guten Schauspielern, zocken.

Lauf um dein Leben Kleiner – In der Haut von Jackie fühlt man sich einfach beinahe unbesiegbar, weshalb es schon einmal vorkommen kann, dass man einen Gegner bloß belächelt, bevor man ihn in Stücke reisst.
Die feindliche Bruderschaft zettelt also einen Bandenkrieg mit Jackie’s Mafia-Familie an, mit dem Ziel, ihm seine geheimnisvollen Kräfte zu entreissen. Allen voran steht das Oberhaupt der Vereinigung, namens „Victor Valente“, welcher der krüpplige Drahtzieher hinter der ganzen Aktion zu sein scheint. Schon nach kurzer Zeit wird klar, dass wir es hier mit ausgebufften Profis zu tun haben, die nichts anbrennen lassen würden und ebenso vor nichts zurück schrecken. Es entbrennt eine brutale Schlacht auf Leben und Tod, wobei unser Held nichts mehr zu verlieren hat, außer vielleicht sein eigenes Leben. Da ihm dies jedoch ohnehin nicht allzu wichtig erscheint, stürzt er sich prompt in einen Kampf, bei dem es nur einen Gewinner geben kann.
Never f**k wit Jackie Estacado!
Sehr authentisch fande ich auch den Gangster-Slang, der zum Geschehen auf dem Bildschirm, wie der Dämonenarm aufs Auge passt. Man fühlt sich einfach, als wäre man in einen abgedrehten Mafia-Streifen mit Hang zur absurden Brutalität verfrachtet worden, bei dem dem Spieler immer wieder gezeigt wird, wie abartig sein Handeln eigentlich ist. Manchmal befindet sich die Gewalt auch eher jenseits des guten Geschmacks, als sinnvoll die Story voranzutreiben.
Der Darkling, welcher euch durchgehend auf eurer Reise tatkräftig unterstützt und den ihr übrigens dieses Mal auch teilweise selbst steuern dürft, könnte auch nicht wirklich als Charmebolzen bezeichnet werden. Dieser furzt, uriniert auf Leichen und hat immer einen lässigen Spruch auf lager, was man allerdings von den Feinden nicht behaupten kann. Andauernd wiederholen sich ihre dämlichen Sätze, bis sie einem letztendlich vollkommen zum Hals raushängen. Ebenso wird die etwas veraltete Technik nicht unbedingt Preise absahnen dürfen, denn wenn man zum Beispiel in einen Spiegel sieht, merkt man, wie steif und ungelenk sich unser Charakter eigentlich bewegt. Gestört hat mich auch die etwas nervigen Boss-Kämpfe und der chronische Munitionsmangel. Auch dass die Kill-Moves aus dem Erstling entfernt wurden, empfinde ich als sehr schade.
Wiederum sehr genial fand ich das Waffenmenü, dass euch die völlige Kontrolle über eure Bewaffnung gibt. Das Wechseln der Schiesseisen geht durch das digitale Steuerkreuz mehr als locker von der Hand und reiht sich definitiv als schlüssig in den Zusammenhang des Spiels ein. Probleme mit der Bedienung sollten sowieso überhaupt erst gar nicht auftreten, da die Steuerung klar strukturiert ist und euch keine Controller-Akrobatik abverlangt.
Spaßig ist auch das Quad-Wielding-Feature, mit dem ihr vier verschiedene Aktionen gleichzeitig ausführen könnt. So feuert ihr eure beiden Ballermänner mit den hinteren Triggern, währenddessen ihr die Finsternis über die vorderen Schultertasten befehligt, sprich eure Gegenüber durch die Luft werft oder auf heftigste Art und Weise hinrichtet. Die Exekutionen wiederholen sich leider etwas zu oft, weshalb sie schon nach ein paar Stunden, dem Spieler nicht mehr als ein müdes Lächeln entlocken können.
Zum Online-Modus kann ich nur soviel sagen, dass er eine Kampagne von etwas mehr als 4 Stunden bietet. Das Koop-Gameplay macht Spaß, jedoch wäre dieser Abschnitt nicht zwingend notwendig gewesen.

Die Steuerung des finsteren Begleiters ist nicht schwer zu erlernen und das Ganze fühlt sich erfrischend anders an. Ohne die Hilfe eures kleinen Freundes wärt ihr sowieso aufgeschmissen in der Welt von „The Darkness 2“
So langsam nähert sich unser Beitrag seinem Ende und es wird Zeit für ein Fazit. Doch bevor wir euch unsere Meinung aufzwingen wollen, möchten wir nun den offiziellen Launch-Trailer von 2K Games präsentieren, der euch schon mal auf den Titel einstimmen soll. Wem das alles noch nicht überzeugt hat, der kann sich dannach unser Fazit durchlesen. Jetzt aber erst mal viel Spaß mit dem Video!
Mein persönliches Fazit
„The Darkness 2“ ist einfach ein Knaller-Game mit dem besten Singleplayer, den ich seit langer Zeit gespielt habe! Die Inszenierung stimmt und die Charaktere saugen den Spieler immer mehr in das Abenteuer hinein. Viel Liebe zum Detail steckt in dem Spiel, was durch Grafik und Sound unterstrichen wird. Die Atmosphäre verliert zu keinem Moment an Authenzität und die Geschichte ist sehr packend erzählt. Das Spiel konfrontiert den Spieler mit ethisch verwerflichen Themen, wie z.B. weinenden Prostituierten, die sich fragen, was sie da eigentlich tun. Zusammenfassend bleibt also zu sagen, dass dieser Titel sicherlich als Blockbuster in die Videospielhistorie eingeht und ab sofort, zu einem meiner Alltime-Favorites zählt!
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